Sommertheater – nicht in jedem Ohr klingt das nach Vergnügen und künstlerischem Anspruch. In meinem jedenfalls nicht, da bin ich ehrlich. Doch da auch solch Spektakel eine gesellschaftlich-kulturelle Bedeutung innehat und man als Theaterliebhaber im Großstadtsommer regelrecht gezwungen wird, dem beizuwohnen, fand ich mich also an einem der wenigen regenfreien Abende im Amphitheater im Monbijou-Park wieder. „Der Diener zweier Herren“, inszeniert von Jan Zimmermann. Schnell füllten sich die Reihen des hölzernen Konstruktes am Ufer der Spree mit Jung und Alt. Es wurde gegessen und getrunken, geredet und gelacht – hier begann das Volkstheater schon lange, bevor das eigentliche Stück anfing.
Goldonis Meisterwerk bietet, wie eigentlich alle Stücke des italienischen Komödiendichters, die perfekte Grundlage für derartiges Sommertheater. Laut und schrill jagt eine Pointe die nächste durch das mehrstöckige Bühnenbildhaus (David Regehr). Florindo soll den Bruder seiner Herzensdame Beatrice getötet haben und flieht nach Venedig. Die Geliebte folgt ihm und nimmt sich – als Mann verkleidet und ohne es zu wissen – ein Zimmer im selben Gasthaus, in welchem auch Florindo residiert. Doch als wäre das nicht schon genug, teilt sich das entzweite Liebespaar auch noch denselben Diener – Truffaldino. Doch der schafft nicht nur den waghalsigen Spagat zwischen seinen zwei Herren, er bringt auch die Liebenden wieder zusammen und wird dafür mit einer heiratswillige Zofe belohnt. So sind schlussendlich alle glücklich.
Es ist doch eigenartig, wie stark unsere Geschmäcker variieren. Das Publikum tobt, grölt, lacht und applaudiert bei nahezu jedem (noch so platten) Witz. Und ich? Des einen Freud, des anderen Leid. Aber worüber soll ich mich beklagen? Volkstheater hat etwas demokratisches und die Masse hat lauthals entschieden: Commedia dell´Arte in Höchstform.
Weitere Vorstellungen: Dienstag bis Samstag, immer 19.30 Uhr (bis 3.September 2011)
Foto: Bernd Schönberger
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